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Termine

22.-24. Juni 2015
3-Tages-Seminar für Lehrkräfte in Dillingen

17. Oktober 2015
Bayerisches Schulsani-Symposium in München

09.-11. November 2015
3-Tages-Seminar für Lehrkräfte in Dillingen


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Inhalt:

  • Welche Erste-Hilfe-Ausstattung ist an Schulen vorgeschrieben?
  • Welches Erste-Hilfe-Material wird empfohlen?
  • Braucht der Schulsanitätsdienst einen Raum?
  • Welche Ausstattung sollte ein Schulsanitätsdienst-Raum enthalten?
  • Welche Zusatzausstattung ist sinnvoll?
  • Ist die Vorhaltung eines Automatischen Externen Defibrillators (AED) sinnvoll?
  • Ist die Vorhaltung eines Blutzuckermessgerätes sinnvoll?
  • Ist die Vorhaltung eines Beatmungsbeutels mit Masken sinnvoll?
  • Ist die Vorhaltung von Sauerstoff sinnvoll?
  • Gehört das Auffüllen von Erste Hilfe Kästen zum Aufgabenbereich?
  • Welche Erste-Hilfe-Ausstattung ist an Schulen vorgeschrieben?

    Vorgeschrieben sind von der gesetzlichen Unfallversicherung (in Bayern: Kommunale Unfallversicherung Bayern) Meldeeinrichtungen, die es während der Betriebszeiten der Schule jederzeit ermöglichen, einen Notruf abzusetzen. Diese „befinden sich in zentraler Lage und zusätzlich in Bereichen mit erhöhter Gefährdung (z.B. Sport- und Schwimmhalle, naturwissenschaftliche Unterrichtsräume, Werkräume und Fachräume gewerblicher Berufsfelder in berufsbildenden Schulen)“. An der Meldeeinrichtung ist ein Aushang mit den relevanten Rufnummern anzubringen (vgl. Ref. [2], S.4).

    Ebenso vorgeschrieben ist ein Raum im Sportbereich mit einer Liege und einer Krankentrage nach DIN 13024, der entsprechend zu kennzeichnen ist. Weiterhin soll in jeder Schule „ein Raum zur Verfügung stehen, in dem Personen betreut werden können. Dieser soll für den Rettungsdienst gut zugänglich und mit fließendem Wasser ausgestattet sein.“

    Zum Erste-Hilfe-Material gibt es lediglich Empfehlungen (s.u.). Wichtig: „Medikamente und Desinfektionslösungen sind kein Erste-Hilfe-Material und dürfen deshalb nicht verwendet werden.“

    Welches Erste-Hilfe-Material wird empfohlen?

    Von der gesetzlichen Unfallversicherung in Bayern werden empfohlen:

  • Großer Verbandkasten (DIN 13169) in zentralen Bereichen und Sporthallen großer Schulen
  • kleiner Verbandkasten (DIN 13157) in allen unfallgefährdeten Bereichen
  • Sanitätstaschen (DIN 13160) für Gebirgswanderungen, Schullandheimaufenthalte, Sportveranstaltungen außerhalb der Schule und Vergleichbares und
  • kleines Verbandmaterial für Schulwanderungen
  • Weiterhin sind ein Verbandbuch für Aufzeichnungen, Kältepackungen für stumpfe Verletzungen und zusätzliche Einmalhandschuhe sinnvoll.

    Für die Beschaffung der Verbandskästen und -taschen an der Schule ist der Schulleiter zuständig. Diese werden vom Sachkostenträger finanziert. Für entsprechendes Material für den Schulsanitätsdienstes sorgt dessen Betreuer, er wirkt bei der Mittelverwaltung der für den Schulsanitätsdienst zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel mit. Zusätzliche Ausstattung wie Blutdruckmessgeräte etc. kann je nach Ausbildungsstand der Schulsanitäter, evtl. in Absprache mit einer betreuenden Hilfsorganisation, beschafft werden (vgl. Ref. [5]).

    Braucht der Schulsanitätsdienst einen Raum?

    Ein spezieller Raum für den Schulsanitätsdienst ist nicht vorgeschrieben, aber sicherlich wünschenswert (vgl. Ref. [5]). Selbstverständlich kann hierfür der empfohlene Raum zur Betreuung von Personen oder der vorgeschriebene Raum im Sportbereich genutzt werden, wenn diese von der Lage her geeignet sind.

    Der Betreuer des Schulsanitätsdienstes trägt die Verantwortung für die Nutzung, Ordnung und Sauerkeit des Raumes und wirkt bei der Mittelverwaltung der für den Schulsanitätsdienst zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel mit (vgl. Ref. [5]).

    Welche Ausstattung sollte ein Schulsanitätsdienst-Raum enthalten?

    Der Schulsanitätsdienst-Raum sollte eine Liege mit gut desinfizierbarer Oberfläche (ggf. zusätzlich Einmallaken) enthalten, auf der Patienten untersucht werden können oder auch Schüler sich hinlegen können, bis sie von den Eltern abgeholt werden. Zudem sollte eine gut waschbare Decke (oder eine billig-Decke zur Einmalverwendung) vorhanden sein.

    Wichtig sind auch einige Stühle für die Versorgung im Sitzen und für Treffen der Schulsanitäter, sowie ein Schreibtisch für die Erledigung von organisatorischen Aufgaben, vor allem wenn der Schulsanitätsdienst auch von Schülern geleitet wird.

    Für das Einsatzmaterial (Rucksack/Tasche, Protokolle, Ersatzmaterial) sollten Aufbewahrungsmöglichkeiten wie z.B. ein Materialschrank zur Verfügung stehen.

    Aus Hygienegründen sollte der Raum nach Möglichkeit ein Waschbecken beinhalten, auf jeden Fall aber die Möglichkeit zur Händedesinfektion.

    Welche Zusatzausstattung ist sinnvoll?

    Bei entsprechender Ausbildung der Schulsanitäter sowie regelmäßigen Übungen im Umgang kann ein Blutdruckmessgerät mit Stethoskop sowie Material zur Schienung von Knochenbrüchen vorgehalten werden. Auch ein Automatischer Externer Defibrillator (AED), der für die Frühdefibrillation durch Laien vorgesehen ist, wird an manchen Schulen vorgehalten (s.u.).

    Generell muss betont werden, dass der Schulsanitätsdienst qualifizierte Erste Hilfe leisten soll und keine Vorstufe des Rettungsdienstes ist! So ist bei allen "zusätzlichen" Materialien zu bedenken, ob diese 1. durch die Schulsanitäter angewandt werden dürfen, ob 2. eine falsche, dem Patienten möglicherweise schadende Anwendung sicher ausgeschlossen ist und zudem, ob die Anwendung überhaupt eine Konsequenz für die weiteren Maßnahmen und den Zustand des Patienten hat! (s.u.)

    Zudem ist Zusatzausstattung oft sehr teuer. Bei den eher knappen finanziellen Ressourcen der Schulsanitätsdienste sollte daher vielleicht eher an die Anschaffung von Schulsani-TShirts oder den gemeinsamen Besuch einer Fortbildungsveranstaltung gedacht werden. Dies stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die Motivation der Jugendlichen mehr als ein neues Blutdruckmessgerät!

    Empfehlungen des Arbeitskreises Schulsanitätsdienste in Bayern für die Ausstattung eines Schulsanitätsdienstes sind:

  • eigene Tasche oder Rucksack mit
    • Verbandsmaterial, Coldpacks, Einmalhandschuhe
    • Nierenschalen, Zellstoff
    • Zuckerstückchen / Traubenzucker
    • ggf. Beatmungsmasken / -folien (als Hilfe zur Mund-zu-Mund-Beatmung)
    • ggf. Blutdruckmessgerät inkl. Stethoskop
    • keine Taschenlampe
  • Einsatzprotkolle
  • Decke / Rettungsdecken
  • Händedesinfektionsmittel

    Zudem bei entsprechender Ausbildung Stifneck / Schienenmaterial und ein AED (s.o.)

    NICHT zur Ausrüstung eine Schulsanitätsdienstes gehören Sauerstofflaschen, Blutzuckermessgeräte, Beatmungsbeutel (s.u.), Intubationsbesteck, Infusionen, Medikamente, Salben, Placebos usw.!

    Ist die Vorhaltung eines Automatischen Externen Defibrillators (AED) sinnvoll?

    Ein AED (automatischer externer Defibrillator) ist für die Anwendung durch Laien geeignet und wird in vielen öffentlichen Gebäuden, S- und U-Bahnhöfen etc. vorgehalten. Zudem ist er - wie in einigen Studien belegt - "kinderleicht" zu handhaben. Daher ist die Verwendung durch Schulsanitäter kein Problem. Dem gegenüber steht natürlich der doch erhebliche Preis der Geräte, den die Kostenträger oft scheuen und dabei auf die geringe Anwendungswahrscheinlichkeit an einer Schule verweisen. Trotzdem lohnt sich die Suche nach einem Sponsor, da es immer wieder Berichte von Herz-Kreislauf-Stillständen bei Lehrkräften oder aber auch bei Jugendlichen gibt.

    Bei der Anschaffung eines AED sollte beachtet werden, dass dieser auch bei Kindern angewandt werden kann und ggf. auch zur Verwendung im Freien (d.h. auch bei Regen) geeignet ist. Zudem ist Vorsicht geboten bei Firmen, die Ihnen einen werbemittel-finanzierten AED für die Schule stellen wollen. Zum Teil werden hier von Sponsoren aus dem Umfeld der Schule weitaus mehr finanzielle Mittel erworben, als dann in die Finanzierung des AED gesteckt wird...

    Eine Einweisung in den AED nach Medizinproduktegesetz ist übrigens für die Schulsanitäter nicht erforderlich, da diese ja als Laienhelfer arbeiten und daher nicht MPG-pflichtig sind. Trotzdem ist ein regelmäßiges Üben mit einem Trainings-AED (nicht mit dem "scharfen" AED!) sicherlich sinnvoll! Fragen Sie hierfür am besten Ihre betreuende Hilfsorganisation.

    Ist die Vorhaltung eines Blutzuckermessgerätes sinnvoll?

    Nein. Die Messung des Blutzuckers ist eine invasive Maßnahme und erfüllt den Tatbestand einer Körperverletzung, zudem unterliegt der Umgang mit Blut der Biostoff-Verordnung. Die Blutzuckermessung gehört damit nicht zu den Maßnahmen der Ersten Hilfe. Zudem hat die Kenntnis über den Blutzucker des Patienten für den Schulsanitätsdienst keine Konsequenzen für die weiteren Maßnahmen: Bei einem bewusstseinsklaren Patienten kann erfragt werden, wann dieser zuletzt gegessen hat, und ggf. durch orale Gabe von Traubenzucker (der kein Medikament ist) ein zu vermutender Unterzucker therapiert werden. Bei einem bewusstseinsgetrübten oder bewusstlosen Patienten ist die orale Zuckergabe verboten und auch ein diagnostizierter Unterzucker bleibt somit ohne Konsequenz!

    Ist die Vorhaltung eines Beatmungsbeutels mit Masken sinnvoll?

    Die Beatmung eines Patienten mit Beatmungsbeutel und Masken ist sicherlich mit weniger Überwindung verbunden und hygienischer als die Mund-zu-Mund-Beatmung. Zudem ist das Erlernen und Üben der Beatmung an einer Puppe ohne Frage interessant und motivierend für die Schulsanitäter.

    Trotzdem sprechen einige Gründe gegen die Anwendung am Patienten:

  • die Beatmung mittels Beutel und Maske ist keine Maßnahme der Ersten Hilfe!
  • die Anwendung dieser Maßnahme ist nicht einfach - sogar Narkoseärzte brauchen einige Zeit, um sie im Notfall sicher zu beherrschen!
  • bei der falscher Anwendung kann es zu teils gravierender Schädigung des Patienten kommen: Wird die Maske nicht dicht gehalten, wird der Patient nur insuffizient beatmet; wird aus der Aufregung heraus mit zu hohem Druck oder falsch beatmet, wird der Magen aufgenbläht und es kann zum Erbrechen mit folgender Aspiration (also Anatmen von Erbrochenem) kommen.

    Man sollte bei dieser Maßnahme auch bedenken, dass man den Schulsanitäter auch vor zuviel Verantwortung schützen sollte ... Selbst ein 17jähriger hochmotivierter Schulsani wird nicht einfach damit zurechtkommen, dass sein Mitschüler mit einer Lungenentzündung auf einer Intensivstation liegt, weil er "falsch" beatmet hat!!!

    Eine gute Alternative bieten Beatmungsmasken, in die man über einen Filter mit dem Mund beatmet. Sie sind ebenfalls hygienisch, einfacher zu handhaben (da sie mit beiden Händen festgehalten werden) und man "spürt" bei der Beatmung besser, ob man viel oder wenig Druck aufwendet und ob man Luft in den Patienten bekommt oder nicht.

    Ist die Vorhaltung von Sauerstoff sinnvoll?

    Medizinischer Sauerstoff ist als Medikament einzustufen und damit nicht für die Gabe durch den Schulsanitätsdienst genehmigt. Die Gabe von Sauerstoff gehört nicht zu den Maßnahmen der Ersten Hilfe!

    Gehört das Auffüllen von Erste Hilfe Kästen zum Aufgabenbereich?

    Prinzipiell ist für das Auffüllen der Erste Hilfe Kästen im Bereich der Schule der Schulleiter zuständig. Der Schulleiter überträgt diese Aufgabe in der Regel einer geeigneten Person, z.B. dem Hausmeister, der Sekretärin, dem Sicherheitsbeauftragten, oder – was sicher die beste Lösung ist – dem Schulsanitätsdienst unter Aufsicht der betreuenden Lehrkraft. So wissen die Schulsanitäter, was diese Kästen enthalten, falls sie damit einmal arbeiten müssen.